Kleinmölsen

Die Kirchengemeinde Kleinmölsen gehört zum Kirchengemeindeverband Kerspleben.

Pfarrer Arndt Bräutigam
Kirchplatz 1
99198 Erfurt

T  (036203) 90 851
F  (036203) 71 847


 

St.-Burchardi-Kirche

Die Kirche von Kleinmölsen erhielt ihr heutiges Aussehen durch einen weitgehenden Neubau der Jahre 1603/04. Dazu hatte die Gemeinde die finanzielle Hilfe der Stadt Erfurt erbeten, was archivalisch gut belegt ist. Der Vertrag kam unter Vermittlung des einflussreichen Erfurter Stadtvogtes und späteren Obervierherrn Herbord Nacke zustande. Dafür waren die Kleinmölsener offenbar sehr dankbar: Auf der Bautafel, die anlässlich der Fertigstellung 1604 an der Kirche angebracht wurde, steht er an erster Stelle - erst dann folgt die Aufzählung der örtlichen Vertreter Hans Schaubs, Moritz Breter, Heine Schröter und Hans Schuchardt! Die Tafel ist an der südlichen Chor-Außenwand gut sichtbar angebracht.
Ursprünglich gehörte Kleinmölsen (mit Ottstedt und Ollendorf) zur Pfarrei der Unterkirche St. Wigberti in Niederzimmern und war dem hl. Michael geweiht. Vermutlich im Zusammenhang mit der Erhebung des Ortes zum Pfarrdorf 1719 (was für Kleinmölsen ein großes und lange angestrebtes Ereignis war), wurde die Kirche umgewidmet: Erstmals weist ein Abdruck des Kirchensiegels 1814 auf St. Burkhard (volkstümlich: St. Burchardi) als Schutzpatron hin. Dessen Namenstag am 14. Oktober war bis um 1965/70 ausschlaggebend für den Termin von Kirchweihfest bzw. Kirmes. Nur wenige Kirchen in Thüringen sind St. Burkhard geweiht, der um 735 als Missionar wirkte und 741 zum Bischof des Bistums Würzburg ernannt wurde.
Der Kirchenbau von 1604 prägt bis heute das Ortsbild von Kleinmölsen und war 2004 Anlass für eine würdige Feier zum 400-jährigen Baujubiläum.
Im Dorfkirchenbau hielt man gern länger an tradierten Formen fest, und so trägt das Maßwerk der zweibahnigen Fenster im Chorraum noch ganz gotischen Charakter, während Teile der Innenarchitektur wie der ursprünglich ganz umlaufende hölzerne Zahnfries bereits "modern" dem Stil der Renaissance entsprechen. Die Kleinmölsener Kirche ist eine tonnengewölbte Saalkirche mit dreiseitigem Chorpolygon an der Ostseite und einem südlich vorgelagerten Turm. Auch die rundbogigen Portale mit ihren feinteiligen Gewändeprofilen gehören zu dem Neubau von 1603/04. Zumindest im Untergeschoss etwa ein Jahrhundert älter als dieser ist der in die Südwand eingerückte, insgesamt 34,5 m hohe Turm mit achteckigem Spitzhelm. Der Turm-Erdgeschossraum mit einem Bruchstein-Tonnengewölbe liegt 80 cm unter dem heutigen Fußbodenniveau des Saales und ist dort durch ein spitzbogiges Portal kriechend zu erreichen.
Wichtige Ausstattungsstücke der Kirche sind der 1712 in Eisenach geschaffene barocke Kanzelaltar, die 1913 von Friedrich Meißner (Gorsleben) eingebaute Orgel, der Altartisch mit Hohlraum, ein zweiteiliger, eigenwilliger Taufstein aus ganz unterschiedlichen Zeitepochen (1450/1500 und um 1600), ein Lesepult von 1579 und ein barockes Gemälde, das Christus am Ölberg zeigt. Dieses und zwei weitere Gemälde (von 1861) wurden 2004 restauriert; ebenso die bis dahin unbeachtet im Turmuntergeschoss stehende massive Holztruhe, möglicherweise die alte "Gemeindelade”.
Ihren gegenwärtigen guten Zustand verdankt die Kirche zunächst einer großen Renovierung zwischen 1988 und 1997. Ab 2005 folgte dann die bauliche Instandsetzung des Turm-Obergeschosses unter der Leitung von Ing. Armin Hänsel sowie der Einbau eines neuen Glockenstuhles. Der bisherige von 1500/1501 steht seit 2008 als beeindruckendes Denkmal und Blickfang auf dem Kirchhof. Seit 2010 ist die Orgel saniert und nach Jahrzehnten der Stille wieder bespielbar. Auch die Elektroanlage der Kirche ist seit 2011 komplett erneuert und technisch auf dem neuesten Stand.

nach Frank Störzner: Burchardi-Kirche Kleinmölsen 1604-2004. Festschrift zum 400. Kirchbaujubiläum.Kleinmölsen 2004

 

 

Fotogalerie

Dorfkirche St. Burchardi Kleinmölsen, Blick von Südosten. Blick in den Chorraum von 1603/04 mit dem 1712 eingefügten barocken Kanzelaltar. Beim Einbau der Meißner-Orgel 1913 wurde der Prospekt des Vorgängerinstrumentes (1823) beibehalten. Im Innenraum sorgen 972 Pfeifen für die Töne. Blick von der Kanzel in den Saal zur Orgel. Der zweiteilige Taufstein aus zwei ganz unterschiedlichen Strukturelementen: gotisches Oberteil und barockes Unterteil. „Geburtsurkunde” in Stein: die Bautafel von 1604 an der südlichen Chor-Außenwand ist 45 cm breit und 65 cm hoch. Südliches Turmfenster (um 1500) mit einem Turmfalken.

 

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Reformationsjubiläum

zum Artikel: Herder-Förderpreis: Glaube und Erfahrung. Christlicher Glaube ist erfahrbar

 

Aktuelles

 

Apr 13 Ketzer, Spalter, Glaubenslehrer - Luther aus katholischer Sicht
Eisenach, Do. 13.04.17
10:00 Uhr
bis 30.12.18
17:00 Uhr
Nov 14 „Bekenntniszeichen" - Die Junge Gemeinde in der DDR im Spannungsfeld zwischen Staat und Kirche
Erfurt, Di. 14.11.17
08:00 Uhr
bis 04.12.17
21:00 Uhr
Nov 27 „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ - Martin Luther, Martin Luther King und die Musik
Weimar, Mo. 27.11.17
19:00 Uhr
Dez 2 Klangwolke I "Himmelsburg" (ehemalige Schlosskapelle) im Stadtschloss
Weimar, Sa. 02.12.17
14:00 Uhr
Dez 2 Klangwolke I "Himmelsburg" (ehemalige Schlosskapelle) im Stadtschloss
Weimar, Sa. 02.12.17
14:00 Uhr

 

Losung & Lehrtext

23.11.2017
HERR, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich getröstet. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.
Psalm 119,52 Lukas 10,39

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